Reden wir über Geld

Wissen Sie, wie Ihre besten Freunde ihre Rücklagen veranlagen? Oder wie viel die Kollegin, die jeden Tag neben Ihnen sitzt, verdient? Die Antwort wird in den meisten Fällen wohl nein sein. Über Geld zu reden scheint eines der letzten Tabus unserer sonst so offenen Gesellschaft zu sein. Dabei sollten vor allem wir Frauen ganz dringend miteinander über Geld reden: Schließlich betrifft dieses Thema uns alle und bestimmt erheblich unsere Lebensqualität.

Mag. Sabine Macha
Leitung Produktmanagement bei der Raiffeisen KAG und Fondsfrau

Wir alle brauchen Geld, um unser tägliches Leben unseren Wünschen entsprechend gestalten zu können und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Geld bedeutet auch Unabhängigkeit: die Möglichkeit zum Beispiel bei Wechsel des Arbeitsplatzes oder Erkrankung erwerbslose Zeiten gut zu überbrücken, einen würdevollen Lebensabend zu verbringen und nicht auf die Finanzkraft eines Partners angewiesen zu sein.

Laut einer aktuellen Darstellung der Statistik Austria von 2019 sind über 13 % der Bevölkerung armutsgefährdet.1 Eine besonders betroffene Gruppe sind die allein lebenden Pensionistinnen mit 26 %. Gründe dafür sind neben Unterbrechungen im Erwerbsleben und der hohen Teilzeitquote bei Frauen (47 %!) auch strukturelle Nachteile wie z. B. geringere Bezahlung in „typischen Frauenberufen“.

Machen wir uns nichts vor, die traditionelle Arbeitsteilung in der Partnerschaft, die gerade in den deutschsprachigen Ländern noch oft gelebt wird, ist der direkte Weg in die finanzielle Sackgasse für viele Frauen, auch wenn dieser vielfach selbstgewählt ist. Der Gender-Pay-Gap2 ist – trotz stark verbesserter Ausbildung von Frauen3 – eine Tatsache. Und auch die gläserne Decke ist noch immer existent. Reden wir über Geld und beginnen wir mit der Absicherung unserer Lebensgrundlage durch ein angemessenes Einkommen.

Denn erst wenn die elementaren Ausgaben gedeckt sind, kann die kontinuierliche Bildung von Rücklagen in den Fokus rücken. Viele Investmentprodukte sind auch mit kleinen regelmäßigen Beträgen zugänglich. Und auch hier gilt: Reden wir über Geld! Reden wir darüber, wie wir unsere kleinen oder größeren Rücklagen vermehren können. Reden wir über Chancen und Risiken.

 

Stärken und unterstützen

Auch die Fondsfrauen Österreichs wollen einen Beitrag zur Stärkung des Wissens von Frauen über Finanzprodukte und Kapital leisten und haben eine Vortragsreihe für befreundete Frauennetzwerke erstellt. Ziel ist, das Thema Veranlagung zu entmystifizieren und die wichtigsten Grundlagen zu vermitteln. Denn tatsächlich ist die Auswahl des passenden Investments keine Raketenwissenschaft. Sie bedarf aber solider Grundkenntnisse und Zutrauen in die eigene Kompetenz.

Die Fondsfrauen sind das Karrierenetzwerk für Frauen in der Fonds- und Finanzbranche. Raiffeisen Capital Management ist Hauptsponsor der Fondsfrauen in Österreich.

Fondsfrauen-Award 2020: „Company of the Year“

Aufgrund konkreter und sehr überzeugender Maßnahmen zur Förderung von Frauenkarrieren im Unternehmen, aber auch für gelebte Diversität wurde Raiffeisen Capital Management von den Fondsfrauen mit dem „Company of the Year“-Award 2020 ausgezeichnet. Das Unternehmen konnte sich dabei unter rund 100 Einreichenden als „Company of the Year“ durchsetzen. Die Fondsfrauen vergaben ihre Awards bereits zum zweiten Mal.

 

Gender Diversity Award 2020

Citywire hat Raiffeisen Capital Management mit dem „Gender Diversity Award“ in der Kategorie „Best gender representation“ (50 bis 100 Fondsmanager und Fondsmanagerinnen) ausgezeichnet. Mit dem erstmals vergebenen Preis will Citywire jene Asset-Manager würdigen, die eine Vorreiterrolle beim Thema Diversität einnehmen. Raiffeisen Capital Management schaffte es als einzige Asset-Management-Gesellschaft Österreichs auf die Shortlist von Citywire zu kommen – und das gleich in zwei Kategorien.

Raiffeisen Capital Management steht für die Raiffeisen KAG

1 Grundlage für die Berechnung der Armutsgefährdung ist das äquivalisierte Nettohaushaltseinkommen, also das verfügbare Haushaltseinkommen, dividiert durch die Summe der Konsumäquivalente des Haushalts. Als armutsgefährdet werden jene Personen bezeichnet, deren äquivalisiertes Nettohaushaltseinkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle von 60 % des Medians (mittlerer Wert der Verteilung) liegt. Für 2019 liegt der Median des äquivalisierten Nettohaushaltseinkommens bei 25.729 Euro im Jahr. Die Armutsgefährdungsschwelle betrug 2019 somit 15.437 Euro für einen Einpersonenhaushalt, das sind 1.286 Euro pro Monat (12 Mal).

2 Der Gender-Pay-Gap bezeichnet den Unterschied zwischen den durchschnittlichen Bruttoverdienststunden von Frauen und Männern in Unternehmen mit zehn und mehr Beschäftigten in der Privatwirtschaft. 2018 lag er laut Eurostat-Daten in Österreich mit 20 % um vier Prozentpunkte höher als im EU-Vergleich.

3 Laut Statistik Austria lag 2017 der Prozentsatz der Hochschulabschlüsse bei Frauen mit 19 % sogar drei Prozentpunkte über dem der Männer.